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SSV Meisenheim
SSV Meisenheim

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Am 09. Juli 1969, wurde von 59 anwesenden Gründungsmitglieder,

die mit komplettem Namen und Geburtstag unterschrieben haben,

der Schulsportverein Meisenheim gegründet.

Die Anwesenheitsliste findet Ihr auf der nächsten Seite

Hans-Georg Weigelt schrieb zum 25 jährigen Jubiläum des SSV Meisenheim folgendes:

Wie das Paul Schneider Gymnasium zu seinem Sportverein kam.

Als “alter Herr” und schon seit Jahren im Ruhestand, soll ich mich hier erinnern, warum vor 25 Jahren ausgerechnet an unserer kleinen, humanistisch-orientierten Provinzschule ein “hauseigener” Sportverein ins Leben gerufen wurde. Das fällt mir nicht sonderlich schwer; denn es waren damals recht bewegte und aufregende Jahre, und die Ereignisse von damals haben sich doch dauerhaft in das Gedächtnis eingeprägt.

Als im Jahr 1963 der Schulneubau seine Pforten öffnete, sah es bezüglich der Sportstätten nach wie vor sehr dürftig aus; aber in den folgenden Jahren entstand neben dem modernen Schulgebäude eine für damalige Verhältnisse großzügige und beispielhafte Sportanlage, die eigentlich bei einem ”normalen” Schulsportbetrieb nicht hätte ausgelastet werden können. Aber unser damaliger Direktor Johannes Rosenboom wusste wohl genau, warum er sich mit Vehemenz bei dem Bauträger für eine so “überdimensionierte” Sportanlage eingesetzt hatte; Kaum grünte der junge Rasen auf dem Sportplatz, erklärte er seinem mehr oder weniger erstauntem, wenn nicht sogar verblüfften Kollegium, daß er beabsichtige, an unserer Schule - bundesweit einmalig - dem Sport einen besonderen Schwerpunkt zu schaffen. Er plädierte für die “tägliche Sportstunde” und die Einführung eines sog. Sportzuges. (Sport als Hauptfach). Mit der ihm eigenen Beredsamkeit und seinem Durchsetzungsvermögen gelang es ihm nicht nur, mehrheitlich die Zustimmung der Kollegen zu erhalten, sondern auch den Schulträger und das noch konservativere Kultusministerium in Mainz zu einer Genehmigung dieser Art zu bewegen. Für Johannes Rosenboom ging sicherlich ein Wunschtraum in Erfüllung, den er absolut im Einklang mit der humanistischen Tradition der Schule, aber auch mit seinen persönlichen Vorstellungen von der Aufgabe der Schule schlechthin als Bildungsinstitution sah.

Um das Vorhaben zu realisiere, mussten mehr Sportlehrer eingestellt werden. Und so kam im Jahre 1968 ein frischgebackener Diplomer an unsere Schule: Werner Riediger, ein junger Mann, dynamisch, voller Ideen, unkonventionell, charmant, mit Leib und Seele dem Sport verschrieben. Ihm folgte bald danach Monika Panzkus. Beide waren aktive Leistungssportler und im Vereinssport groß geworden.

Sehr bald propagierte Werner Riediger die Gründung eines Schulsportvereins. Verständlich, dass sich die Schulleitung zunächst zurückhaltend verhielt: Man hatte genug mit der Organisation der neuen Situation zu tun und fürchtete vor allem, damit die neuen Sportanlagen mehr oder weniger unkontrollierbar der Öffentlichkeit zugänglich machen zu müssen.

Aber Werner Riediger hatte gute Argumente, und es gelang ihm, die Schulleitung davon zu überzeugen, dass der im Unterricht angestrebte Leistungssport nur in Verbindung mit Wettkampfsport erreicht werden kann und erst der Vergleich mit der Leistung anderer die physischen und psychischen Kräfte mobilisiert, die das individuelle Leistungsvermögen ausschöpfen. Die Schule bietet für Wettkämpfe nur geringe Möglichkeiten, und um an anderen, regelmäßigen, in ihren Ansprüchen sich steigernden Wettkämpfen teilnehmen zu können, ist die Möglichkeit in einem Verein eine unabdingbare Voraussetzung.

Und Riediger argumentierte weiter, dass ein Sportverein - verantwortlich geleitet - das geeignetste Übungsfeld sozialer Integration und die Basis geselligen Miteinanders sein könne und dadurch die schulische Gemeinschaft wesentlich fördern könne. Solchen Überlegungen konnten sich Schulleitung und Schulträger nicht verschließen, und die Gründung eines Schulsportvereins wurde genehmigt. Anderseits fand dank seiner Beliebtheit bei Schülern und Schülerinnen Werner Riediger auch bei diesen große Bereitschaft, dem künftigen Sportverein beizutreten, so dass einer Gründungsversammlung nichts mehr im Wege stand.

Unmittelbar nach der Vereinsgründung im Jahr 1969, kam Manfred Peters als weiterer Sportlehrer zum Paul-Schneider-Gymnasium, und auch er engagierte sich sofort für den neugegründeten, aber noch nicht endgültig durchorganisierten und satzungsmäßig festgelegten Verein. Durch seine realistische Art und sein praxisbezogenes Denken hat er wesentlich mit dazu beigetragen, daß Werner Riediger idealistische und avantgardistische Vorstellung von einer stets offenen Turnhalle als Vereins-und Freizeitraum mit den Realitäten schulischer Verantwortung in Einklang gebracht wurde und der Verein eine auf Dauer lebensfähige Form erhielt.

Jürgen Bach: Die Handballabteilung des SSV

1. Anfänge des Handballsports am Paul-Schneider-Gymnasium

Schon lange vor der Vereinsgründung legte Herr Hannay, ein handballbegeisteter Sportlehrer, den Grundstein für die spätere Vereinsarbeit an unserer Schule. Er beschreibt den beschwerlichen Weg wie folgt:

Am Anfang des Handballspiels am Paul-Schneider-Gymnasium standen einige ältere Schüler, die 1952 einfach aus Spass an der Freude gegen die damals in Meisenheim stationierte Polizeihundertschaft einige Freundschaftsspiele austrugen. Gespielt wurde selbstverständlich der heute in Vergessenheit geratene Feldhandball.

Gegen die körperlich und balltechnisch haushoch überlegenen Polizisten, hatten unsere Schüler nie eine wirkliche Siegchancel. Sie steckten Niederlage um Niederlage ein, ließen sich aber nie ihre Spielfreude nicht abkaufen. Diese erstaunliche Relation von Mißerfolg und Spass blieb auch in der Folgezeit erhalten, nachdem man ab 1953 den Handballsport an der Schule systematischer aufgriff, zwei Schülermannschaften bildetete, mit ihnen regelmässig trainierte und sich mit den Nachbargymnasien wechselseitig zu Freundschaftsspielen einlud. Am engsten entwickelte sich die Verbindung zum Gymnasium in Sobernheim. Es folgten die Gymnasien in Kreuznach, Kirn, Simmern, gelegentlich auch Kaiserslautern und die Heimschule Weierhof/Donnersberg. An die Stelle der überlegenen Polizisten waren damit Schulen getreten, die fast alle über ein weit größeres Schülerreservoir verfügten als wir mit unseren rund 200 Schülern (ohne Mädchen) und sich zudem auf die Arbeit örtlicher Handballvereine abstützen konnte. Die Rolle des kleinen David - allerdings ohne Sieg über Goliath - haben unsere Handballer mehr als 15 (!) jahre tapfer und unverdrossen durchgehalten. Glanzvolle Ergebnisse kann der Chronist aus jener Zeit nicht melden, wenn auch nicht jeder Eintrag in seinem Notizbuch so hoffnungslos lautete wie der vom 09.Dezember 1964:”Handballturnier in Weierhof. Von zehn Schulen wieder den letzten gemacht”.

Einen ganz großen Aufschwung nahm der Handballsport am Paul-Schneider-Gymnasium mit dem Schuljahr 1968/1969. Mit der neugebauten Schulsporthalle (33m mal 18 m), dazu 2 Kleinspielfeldern im Freien waren jahrelang gehegte Wünsche unserer Handballer in Erfüllung gegangen. Zum erstenmal konnte unter wettkampfmäßigen Bedingungen trainiert werden.

Die gleichzeitige Einführung der täglichen Sportstunde in den Klassen 5 bis 8 gab dem Sportlehrer die Möglichkeit, schon früh mit systematischem Handballtraining in den Klassen einzusetzen, und dies ohne die übrigen Sportarten wie Leichtathletik, Schwimmen und Turnen zu vernachlässigen.

1985neu_D-jugend

Die geschilderten neuen Verhältnisse im Sommer 1968 riefen in allen Altersstufen eine wahre Trainingsbegeisterung hervor, die sehr bald Früchte zeigte.

2. Vereinsarbeit seit 1969

Mit der Saison 1969/70 begann die eigentliche Vereinsarbeit im SSV Meisenheim. Es war vom Vorstand freigestellt, ob Hallenhandball oder Feldhandball oder gar beide Spielarten gemeldet wurden. Der SSV entschied sich in weiser Voraussicht für die Hallenspiele, die an drei oder höchstens vier Sonntagen in Turnierform erfolgten. Stichtag für die Altersklassen war damals noch der 01. April. In den Schulfarben blau-weiß starteten eine C-und eine B-Jugend für den SSV in die erste Spielsaison.

In den folgenden Jahren stellte der SSV vier Bezirksmeister im Nahe-Hunsrück-Raum. Die B-Jugend gelangte 1970 ins Finale der Rheinlandmeisterschaft und wurde dort Vizemeister. 1971 gelang der A-Mannschaft das gleiche. Bei der Rheinlandmeisterschaft 1972 kam die D-Jugend auf den 3. Platz, ebenso die C-Jugend 1974. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch nur 26 Spieler beim SSV aktiv, und Mitte der 70er Jahre reduzierte sich der Spielbetrieb immer mehr. Von daher ist auch die Entscheidung des Handballverbandes Rheinland verständlich, der die ausgesprochene Ordnungsstrafe von 80,00 DM wegen fehlender Schiedsrichter aufhob. Als Herr Hannay in den wohlverdienten Ruhestand trat, lag der Handballbetrieb beim SSV fast brach.

Die erste Herrenmannschaft offiziell in ihrer ersten Saison im Jahr 1979/1980 in der Kreisklasse, man hatte damals das Glück das man mehrmals in die nächsthöhere Klasse oder Liga aufsteigen konnte ohne Meister zu sein, davon profitierte unser SSV mehr als einmal bis man die Landesliga - Meisterschaft errang.

1964-2_Mannschaften_1958_in_Simmern

Im Jahr 2009 wurde Jürgen Bach aus dem Handballsport des SSV Meisenheim in Ehren verabschiedet für seine große und enorme Leistung im Handballsport und seine tollen Erfolge mit seinen Jungs

Abschied Juergen Bach die 2 te-Saisonabschluß 2009 025

1977 übernahm ich, Jürgen Bach, die Handballabteilung

Es galt an dieser Situation Neuland zu beschreiten und die Jugend im Schulhandball von den untersten Klassen an aufwärts an Wettkampfniveau heranzuführen. Begeisterung für das Ballspiel zu wecken stand vorne an, und der Funke sprang auch schnell über. Die Fussballvereine wurden nicht als Konkurrenten angesehen, vielmehr konnten versierte Spieler ihr Spielverständnis in beiden Ballsportarten einbringen.                                                                                                1978

Schon bald fand sich ein Spielerkader, der einen guten Grundstock für den Jugendhandball der kommenenden jahre bildete. Mit diesem Nachwuchs war es wieder möglich, drei Mannschaften (D-bis B-Jugend) zu melden

1981

Mit dem Staffelsieg der C-Jugend in der Saison 1980/1981 begann eine Erfolgsserie, die bis heute nicht mehr abriß. Um möglichst vielen Jungs im Handball eine gute Ausbildung zu gewährleisten und sie zu leistungsfähigen Mannschaften von der D- bis zur B- Jugend zu formen, bedurfte es der engagierten Hilfe älterer Mitschüler. Kaum größer als ihre Schützlinge, waren sie bereit zu assistieren bzw. auch Eigenverantwortung zu übernehmen. Damit wuchs auch der Zusammenhalt in der Schulgemeinschaft- Groß und Klein profitierten voneinander. Schon die Überschrift zum Bericht des Betreuers Christoph Wrobel über seine Tätigkeit von 1982-1984 läßt erkennen, welch großartige Leistung von allen Trainern und betreuern des SSV bis zum heutigen Tag erfolgte: “Wie hüte ich einen Sack voll Flöhe?” Nachdem Michael Braun nicht mehr als Trainer fungieren konnte, wurde mir (Christoph Wrobel) von Herrn Bach angetragen, das Training der D-Jugend zu übernehmen. Ich willigte ein, unwissend, was auf mich zukommen würde. Das ging von mehreren Platzwunden, die ich aus Gefechten im Training davontrug, über Nachhilfeunterricht für einen Spieler, den seine Mutter mangels guter schulischer Leistungen sonst nicht mehr spielen lassen wollte, bis zu einem enormen zeitlichen Aufwand, den man investieren muß. Rückblickend muß ich sagen, daß sich alles gelohnt hat. Mein Engagement hat mir sehr viele Erfahrungen im Umgang mit jungen Menschen gebracht.

1985

Auf dieser Basis verlief die Vereinsarbeit im SSV - Handball und brachte neben pädagogischem Wirken auch noch viel sportlichen Erfolg mit sich. Die Staffelmeisterschaften häuften sich, und in der Saison 1984/1985 war sogar ein sensationeller 40:0 Sieg (Spielzeit 40 Minuten) unserer D- Jugend gegen die HG Idar-Oberstein zu vermelden.

1986 die erste Rheinlandmeisterschaft :

Der grosse Durchbruch gelang in der Saison 1985/1986! Mit einem Saisonergebnis von 30:0 Punkten und 409:90 Toren, gab es im Bezirk keine Konkurrenz. Auch Mistreiter Gerolstein wurde mit 31:9 besiegt, als es um die Rheinlandmeisterschaft ging.

Von dem wichtigsten Spiel wusste die Presse zu berichten:

Meisenheimer wirbelten Gegner durcheinander

Meisenheim. Die D-Jugend des SSV Meisenheim errang die Rheinlandmeisterschaft im Handball. Zum entscheidenden Spiel kamen die Anhänger des TV Bassenheim/ Mühlheim - Kärlich in Scharen nach Meisenheim. Sogar mit einem Bus waren die Fans aus der Handball-Hochburg angereist. Anfangs gab es für die Gäste auch Grund zum Jubel, zumal sie noch in der Halbzeit mit 9:8 führten. Die Spieler des SSV Meisenheim hielten sich aber in Halbzeit zwei an ein Konzept, das bei den Meisenheimer Zuschauern zuerst kaltes Entsetzen hervorrief. Die Bassenheimer hatten nämlich nur eine Position schwach besetzt. Diesen Außenspieler ließ man völlig frei stehen und kümmerte sich in der Abwehr um torgefährliche Spieler. Damit war einkalkulliert, dass der Aussen häufig zum Wurf kam, aber gegen den überragenden Torwart Timo Steinborn fast keine Chance hatte. Das Verteidigungskonzept des SSV bewährte sich blendend, und auch im Angriff kam neuer Schwung auf, so dass die Meisenheimer noch deutlich mit 24:16 Toren siegten.

Handball-Opa

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Es fehlen: Thomas Niebergall und Oliver Dick

Das Spiel gegen den TV Bassenheim in der Sporthalle des PSG war das letzte handballerische Grossereignis in Meisenheim selbst. Der Verband ließ in der kleinen Halle keine Spiele mehr auf Rheinlandebene zu. damit blieb uns nur das Ausweichen nach Kirn in die BBS Sporthalle, später dann nach Lauterecken, denn der SSV war auch in den folgenden Jahren stets mit einer Jugend als Bezirksmeister vertreten.

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Handball-Opa meint: tolle Truppe damals

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