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Hans-Georg Weigelt schrieb zum 25 jährigen Jubiläum des SSV Meisenheim folgendes:
Wie das Paul Schneider Gymnasium zu seinem Sportverein kam.
Als “alter Herr” und schon seit Jahren im Ruhestand, soll ich mich hier erinnern, warum vor 25 Jahren ausgerechnet an unserer kleinen, humanistisch-orientierten Provinzschule ein “hauseigener” Sportverein ins Leben gerufen wurde. Das fällt mir nicht sonderlich schwer; denn es waren damals recht bewegte und aufregende Jahre, und die Ereignisse von damals haben sich doch dauerhaft in das Gedächtnis eingeprägt.
Als im Jahr 1963 der Schulneubau seine Pforten öffnete, sah es bezüglich der Sportstätten nach wie vor sehr dürftig aus; aber in den folgenden Jahren entstand neben dem modernen Schulgebäude eine für damalige Verhältnisse großzügige und beispielhafte Sportanlage, die eigentlich bei einem ”normalen” Schulsportbetrieb nicht hätte ausgelastet werden können. Aber unser damaliger Direktor Johannes Rosenboom wusste wohl genau, warum er sich mit Vehemenz bei dem Bauträger für eine so “überdimensionierte” Sportanlage eingesetzt hatte; Kaum grünte der junge Rasen auf dem Sportplatz, erklärte er seinem mehr oder weniger erstauntem, wenn nicht sogar verblüfften Kollegium, daß er beabsichtige, an unserer Schule - bundesweit einmalig - dem Sport einen besonderen Schwerpunkt zu schaffen. Er plädierte für die “tägliche Sportstunde” und die Einführung eines sog. Sportzuges. (Sport als Hauptfach). Mit der ihm eigenen Beredsamkeit und seinem Durchsetzungsvermögen gelang es ihm nicht nur, mehrheitlich die Zustimmung der Kollegen zu erhalten, sondern auch den Schulträger und das noch konservativere Kultusministerium in Mainz zu einer Genehmigung dieser Art zu bewegen. Für Johannes Rosenboom ging sicherlich ein Wunschtraum in Erfüllung, den er absolut im Einklang mit der humanistischen Tradition der Schule, aber auch mit seinen persönlichen Vorstellungen von der Aufgabe der Schule schlechthin als Bildungsinstitution sah.
Um das Vorhaben zu realisiere, mussten mehr Sportlehrer eingestellt werden. Und so kam im Jahre 1968 ein frischgebackener Diplomer an unsere Schule: Werner Riediger, ein junger Mann, dynamisch, voller Ideen, unkonventionell, charmant, mit Leib und Seele dem Sport verschrieben. Ihm folgte bald danach Monika Panzkus. Beide waren aktive Leistungssportler und im Vereinssport groß geworden.
Sehr bald propagierte Werner Riediger die Gründung eines Schulsportvereins. Verständlich, dass sich die Schulleitung zunächst zurückhaltend verhielt: Man hatte genug mit der Organisation der neuen Situation zu tun und fürchtete vor allem, damit die neuen Sportanlagen mehr oder weniger unkontrollierbar der Öffentlichkeit zugänglich machen zu müssen.
Aber Werner Riediger hatte gute Argumente, und es gelang ihm, die Schulleitung davon zu überzeugen, dass der im Unterricht angestrebte Leistungssport nur in Verbindung mit Wettkampfsport erreicht werden kann und erst der Vergleich mit der Leistung anderer die physischen und psychischen Kräfte mobilisiert, die das individuelle Leistungsvermögen ausschöpfen. Die Schule bietet für Wettkämpfe nur geringe Möglichkeiten, und um an anderen, regelmäßigen, in ihren Ansprüchen sich steigernden Wettkämpfen teilnehmen zu können, ist die Möglichkeit in einem Verein eine unabdingbare Voraussetzung.
Und Riediger argumentierte weiter, dass ein Sportverein - verantwortlich geleitet - das geeignetste Übungsfeld sozialer Integration und die Basis geselligen Miteinanders sein könne und dadurch die schulische Gemeinschaft wesentlich fördern könne. Solchen Überlegungen konnten sich Schulleitung und Schulträger nicht verschließen, und die Gründung eines Schulsportvereins wurde genehmigt. Anderseits fand dank seiner Beliebtheit bei Schülern und Schülerinnen Werner Riediger auch bei diesen große Bereitschaft, dem künftigen Sportverein beizutreten, so dass einer Gründungsversammlung nichts mehr im Wege stand.
Unmittelbar nach der Vereinsgründung im Jahr 1969, kam Manfred Peters als weiterer Sportlehrer zum Paul-Schneider-Gymnasium, und auch er engagierte sich sofort für den neugegründeten, aber noch nicht endgültig durchorganisierten und satzungsmäßig festgelegten Verein. Durch seine realistische Art und sein praxisbezogenes Denken hat er wesentlich mit dazu beigetragen, daß Werner Riediger idealistische und avantgardistische Vorstellung von einer stets offenen Turnhalle als Vereins-und Freizeitraum mit den Realitäten schulischer Verantwortung in Einklang gebracht wurde und der Verein eine auf Dauer lebensfähige Form erhielt.
Jürgen Bach: Die Handballabteilung des SSV
1. Anfänge des Handballsports am Paul-Schneider-Gymnasium
Schon lange vor der Vereinsgründung legte Herr Hannay, ein handballbegeisteter Sportlehrer, den Grundstein für die spätere Vereinsarbeit an unserer Schule. Er beschreibt den beschwerlichen Weg wie folgt:
Am Anfang des Handballspiels am Paul-Schneider-Gymnasium standen einige ältere Schüler, die 1952 einfach aus Spass an der Freude gegen die damals in Meisenheim stationierte Polizeihundertschaft einige Freundschaftsspiele austrugen. Gespielt wurde selbstverständlich der heute in Vergessenheit geratene Feldhandball.
Gegen die körperlich und balltechnisch haushoch überlegenen Polizisten, hatten unsere Schüler nie eine wirkliche Siegchancel. Sie steckten Niederlage um Niederlage ein, ließen sich aber nie ihre Spielfreude nicht abkaufen. Diese erstaunliche Relation von Mißerfolg und Spass blieb auch in der Folgezeit erhalten, nachdem man ab 1953 den Handballsport an der Schule systematischer aufgriff, zwei Schülermannschaften bildetete, mit ihnen regelmässig trainierte und sich mit den Nachbargymnasien wechselseitig zu Freundschaftsspielen einlud. Am engsten entwickelte sich die Verbindung zum Gymnasium in Sobernheim. Es folgten die Gymnasien in Kreuznach, Kirn, Simmern, gelegentlich auch Kaiserslautern und die Heimschule Weierhof/Donnersberg. An die Stelle der überlegenen Polizisten waren damit Schulen getreten, die fast alle über ein weit größeres Schülerreservoir verfügten als wir mit unseren rund 200 Schülern (ohne Mädchen) und sich zudem auf die Arbeit örtlicher Handballvereine abstützen konnte. Die Rolle des kleinen David - allerdings ohne Sieg über Goliath - haben unsere Handballer mehr als 15 (!) jahre tapfer und unverdrossen durchgehalten. Glanzvolle Ergebnisse kann der Chronist aus jener Zeit nicht melden, wenn auch nicht jeder Eintrag in seinem Notizbuch so hoffnungslos lautete wie der vom 09.Dezember 1964:”Handballturnier in Weierhof. Von zehn Schulen wieder den letzten gemacht”.
Einen ganz großen Aufschwung nahm der Handballsport am Paul-Schneider-Gymnasium mit dem Schuljahr 1968/1969. Mit der neugebauten Schulsporthalle (33m mal 18 m), dazu 2 Kleinspielfeldern im Freien waren jahrelang gehegte Wünsche unserer Handballer in Erfüllung gegangen. Zum erstenmal konnte unter wettkampfmäßigen Bedingungen trainiert werden.
Die gleichzeitige Einführung der täglichen Sportstunde in den Klassen 5 bis 8 gab dem Sportlehrer die Möglichkeit, schon früh mit systematischem Handballtraining in den Klassen einzusetzen, und dies ohne die übrigen Sportarten wie Leichtathletik, Schwimmen und Turnen zu vernachlässigen.
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